Juni 2013

Mindestens einmal im Jahr Kleinsee ist Pflicht, das habe ich mir zum Gesetz gemacht. Aus irgendeinem Grund werden es temperaturtechnisch immer die heißesten Tage des Jahres und wer schon einmal den ganzen Tag bei 38 Grad vom Boot aus gecastet hat, weiß wie anstrengend und lang so ein Tag am Wasser werden kann. Zwei Tage sollten reichen, die guten Spots sind bekannt und wenn nicht alles schief geht sollte zumindest ein guter Bass drinnen sein.

Zugegeben, die heißen Monate am Kleinsee sind meiner Erfahrung nach nicht unbedingt die einfachsten um Fische zu haken. Das Wasser ist dann glasklar, was zusätzlich ein Handicap darstellt,  da ich kein anderes Gewässer kenne an dem die Flossenträger so heikel und vorsichtig in der Köderaufnahme sind wie hier. Das heißt für uns die Schnur noch eine Spur feiner wählen, die Haken noch raffinierter in den Ködern verstecken, beim Drill aufpassen das man den Fisch von den Seerosen fernhält undundund – einfach ist definitiv anders:)

Dieses mal begleitete mich mein Bruder auf dem Trip und da wir Zwillinge sind, weiß jeder schon im Vorhinein was der andere im Sinn führt. Was der eine nicht im Gepäck hat, hat der andere parat und umgekehrt, stress- und problemlos. Der Ritt nach Kärnten wurde mit dem Probenhören des neuen DAFT PUNK Albums „Random Access Memories“ verkürzt, das wir uns geschätzte fünf mal on rotation reingezogen haben, selten so eine gute Scheibe in den letzten Jahren gehört. Jeder Trip wird bei mir automatisch mit einem Album verbunden so dass ich auch nach vielen Jahren wenn ich Fotos von Fängen sehe immer auch gleich die passende Musik im Kopf habe, Musiker unter sich.

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Runter von der Autobahn und die verbleibende Strecke wie im Automode zur Lizenzausgabestelle von der es ja gottseidank mehrere gibt, dann noch kurzerhand eine schöne große Holzzille organisiert und los geht es mit dem aufrüsten der Ruten und den ersten Ruderschlägen.

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Der Kleinsee zeigte sich von seiner besten Seite, wir hatten das Glück zwei Tage fast alleine am See zu sein aber verbrachten ehrlich gesagt mehr Zeit im Wasser als werfend am Deck. Das Holz erhitzte sich so sehr dass man keinen einzigen Schritt machen konnte ohne sich gleich einmal oberamtlich zu verbrennen dh. wir haben die Zille einmal die Stunde mit Wasser gekühlt um überhaupt darauf stehen zu können.

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Fische waren weit und breit nicht in Sicht, auch rauben sahen wir nichts, obwohl unsere Augen ununterbrochen Ausschau hielten. Doch DA, da bewegt sich etwas, es sieht aus wie ein Fischmaul! Und das war es auch, nur an Nahrungsaufnahme dachte der Bass nicht im Geringsten. Jetzt heißt es in den Tiefen der Versus nach dem ultimativen Bait wühlen und schnell an die haarfeine FC Line knoten und vors Bassmaul pitchen! Erste Zupfbewegung, noch ein Zittern nachgelegt und das Wasser explodiert, YES, der hängt. Nach einem nervenzerreissenden Drill und unzähligen Sprüngen haben wir ihn mit sicherem Griff an der Lippe, was für eine Schönheit!

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Was mich richtig gefreut hat, war aber die Tatsache dass das Fischmaul völlig frei von Einstichen oder Narben war, jungfräulich, ich gehe mal soweit und behaupte dass er zum ersten mal gefangen wurde, das ist an diesem See eine absolute Seltenheit da im Normalfall Kunstköder im Minutentakt aufs Wasser klatschen. HAPPY DAYS – Mission Kleinsee 2013 erfüllt!