Spinnerbaits

spinnerbait ganz

 

Erstmalig gesehen in Italien vor vielen, vielen Jahren. Ich glaube ich habe mich vor Lachen nicht mehr halten können als ich ihn da so an der Rute herumbaumeln sah. So ein Mist, wer kauft den so etwas, na klar, Geldrausschmeißerei – und wer mich kennt, kennt auch schon meinen nächsten Satz: „Ich nehme gleich drei bitteschön :D !“

Viel zu große Haken mit, ein Spinnerblatt welches sich auch als Salatteller geeignet wäre, Fransen wie ein Kasperlkostüm und ein Drahtgestell wie beim KleiderbauerSakko, that ain´t workin´ ! Vom Einsatzgebiet hatte ich damals genauso wenig Ahnung wie von den zig verschiedenen Varianten die da so angeboten werden. Egal, probieren geht bekanntlichermaßen über studieren – an eine 15 lbs Mono geknotet und ab ins Wasser damit.

Meine erste Erkenntnis war das ich selten so ein sauber drehendes Blatt gesehen habe, die Fransen, oder auch SKIRT genannt, bilden in den Spinstops einen gewaltigen, fiktiven Körper und der Haken ist wirklich immer frei, unglaublich!

Dann in den nächsten Würfen gleich einen Strömungsabriss in Richtung Seerosen und ich habe den Spinnerbait schon abgeschrieben. Doch was passierte jetzt, dieses funkelnde, wassserspritzende Ding kam wie ferngesteuert im Slalom quer durch die Seerosen auf mich zu, ich war begeistert. Gleich noch einmal mitten ins Schilf gefeuert und siehe da, wieder wie auf Schienen kommt das Ding auf mich zu! Eigentlich eine klare Sache, dafür ist der Spinnerbait ja auch gemacht, der Drahtbügel drückt wie die Arm- und Beinschoner beim Schifahren die Hindernisse aus dem weg damit sich der frei stehende Haken nirgends festsetzen kann, genial!

Nun kurz zu den verschiedenen Ausführungen:

Unterschieden wir prinzipiell an den Formen der Spinnerblätter. Drei Formen sind mir treue Begleiter und hängen immer in der Köderbox, nämlich die WILLOW-, COLODARO- und INDIANA-Form.

WILLOW: ist eine längliche Form mit relativ spitz zulaufendem Enden

Willowleaf

 

COLORADO: eine eher ovale Form, eine Seite kann aber spitz zulaufen

spinnerleaf

 

INDIANA: eine fast schon runde Form, eine Seite kann aber auch hier spitz zulaufen

spinnerbaitleaf

 

Diese drei unterschiedlichen Blätter können aber auch gemeinsam auf dem Drahtbügel sitzen, Spinnerbaits mit doppelten Blättern machen mehr Druck unterwasser und bringen dazu noch einen akkustischen Reiz.

TIPP: Zusätzlich kann man, um den Köder noch attraktiver in Szene zu setzen, einen TRAILER montieren, dh. einen Softbait (Würm, Krebs, Softjerk,…) auf den Haken aufziehen, das funktioniert besonders bei der Jagd auf Schwarzbarsche hervorragend. Es gibt dem Köder den gewissen weichen, lebendigen Gegenpart zu dem ansonsten harten, unnachgiebigen Drahtgestell!

 Nach vielen, vielen Jahren im Dauereinsatz bei mir möchte ich diese „Wirebaits“ nicht mehr missen. Die Fehlbisse gehen gen Null, und die Fische hängen durch die Bank sauber vorne im Maul.

Tacklemäßig ist eine Rute mit hohem Glasanteil oder einer weichen Spitze von Vorteil, welche die teils starken Vibrationen der Spinnerblätter abfedert und das Fischen dadurch erleichtert.

Wenn man an Gewässern angelt in denen Spinner im Allgemeinen gut gehen, die Fische aber schon wählerisch sind und die Größen der Mepps, Abu und wie sie alle heißen mögen auswendig runterbeten können, dann ist es Zeit dem Spinnerbait eine Chance zu geben. Schaut über den Tellerrand wenn es um neue bzw. „andere“ Köder geht, ihr werdet nicht enttäuscht sein!