Blues

Liebe Freunde, eines muss ich nach meinem letzten Trip zugeben. Ich war ja schon sehr sehr viel in Sachen Fischerei unterwegs, aber dieses Mal ist es amtlich. Ich habe den Blues. So eine Sehnsucht nach einem Wasser bzw. Natur und Landschaft, habe ich bis dato noch nicht gekannt. Nein, doch, einmal an den Seen rund um Mantova mit meinen Freunden vom JACKSON-Team, da war so ein ähnliches Feeling nach dem Trip präsent, hierzu kommt noch gesondert ein dicker Post.

Zuerst müsst ihr wissen, dass mich dieses Revier schon seit Jahren begleitet. Es grenzt an Österreich, dort isst man gerne Gulasch und trinkt Rotwein und ich hatte an diesem Wasser vor 8-10 Jahren schon einmal eine Lizenz, aber in Ermangelung an gescheitem Tackle und Kunstköder seinerzeit, blieben die Erfolge aus. Trotzdem schlief dieses Gewässer immer in meinem Hinterkopf und ich brannte darauf, meine offene Rechnung hier begleichen zu können.

Heuer im April war ich das erste Mal vorort um die leicht zu erreichenden Stellen anzufahren und vielleicht schon mal den ein oder anderen Wurf zu machen und das Herzstück, nämlich ein aufgelassenes Kraftwerk zu erkunden. Vereinfacht gesagt, jede Stelle die bei uns mit Schlamm vor sich hin modert und gen Ufer einen halben Meter tief ist, hat in meinem neuen Revier ca. 5 Meter und der Untergrund ist steinhart, wie betoniert, und das endlose Kilometer lang. Das Wasser glasklar und Schotterbänke mit unzähligen wilden Inseln, strenges Naturschutzgebiet, also landschaftlich ein absoluter Traum.

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Jetzt im Sommer habe ich mich, bewaffnet mit Bellyboat und neuen Baits, auf einen spontanen 2-Tages Trip gemacht. Am Vortag gegen Mitternacht beschlossen es durchzuziehen, und um 06:00h schon auf der Autobahn gewesen – ein klassischer Schnellschuß!

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Vorort angekommen, wie bei uns, leichtes Hochwasser, von welchem die ganze Saison 2016 bis jetzt durchzogen war, aber die Nebenflüsse waren nur getrübt und deshalb ganz gut fischbar, also Belly startklar gemacht und gewassert!

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Steil abfallende Ufer, wie gesagt, brettharte Böden, Steine, versunkene Äste und Bäume, alles so wie man es sich als Angler erträumt, besser geht’s nicht. Gleich bei der ersten Drift einen kleinen Waller mit ca. 60 cm an den Haken bekommen und schonend releast, Köder war der Jackson 8.2 Zanderwobbler, ausgestattet mit nur einem großen Drilling. Das war es aber dann auch schon mit den Fischen. 100% Einsatz, trotzdem nichts zu machen, aber diese Natur entschädigt für alles!

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Ich hengelte bis in die einbrechende Nacht hinein, ohne Fischkontakt, kein einziger Raubzug, Aktivität Null!

Am darauffolgenden Morgen wieder bis Mittag die tiefen Nebenläufe abgesucht aber kein Kontakt, nur endlose Kilometer Wasser und viele Hänger. Ganz oder garnichts.

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Ich verschaffte mir mit Hilfe von Satellitenbilder einen groben Überblick und konnte ein paar tolle Buhnen direkt an der Donau entdecken, traumhafte Gegenströmungen und tiefe Kesseln. Alles fischbar, keine Gefahr von treibenden Bäumen mitgerissen zu werden, alles gut. Die Ufer ohne Ausnahme mit Schilfgürteln umringt, Tiefe konstant 6-8 Meter. Erster Wurf vom Ufer, BISS, Zanderkopfschläge, Ausstieg kurz vorm Ufer, kein Angstdrilling, super :( zumindestens habe ich die Fische gefunden, eben Lernjahre.

Daraufhin sofort das Belly gewassert, Spot angefahren und den schönsten Biss bekommen den ich je vertikal gespürt habe, ein Traum. Kurzer, harter Drill, und der erste Magyar begrüßt mich an seinem Gewässer, was ein wunderschöner Fisch. Der hat garantiert noch nie in seinem Leben einen Haken bzw. Kunstköder gesehen. Kurze, shitty Handypix und gleich wieder retour. Bait: JACKSON Zanderbait 10cm, Farbe Orange Glitter

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Also, SIE sind da und ich bin mir sicher, dass ich heuer noch ein paar Tage hier verbringen werde, bin gespannt was alles möglich ist, ich denke aber EINIGES!!